Umweltgerechtigkeit


"Alte" Neuigkeiten

NUG #1 (2/2005)

Bis Januar 2005 sind mehrere Magisterarbeiten zu UG (Umweltgerechtigkeit) an sozialwissenschaftlichen Instituten deutscher Universitäten verfaßt worden; mindestens eine Promotion dazu ist geplant.

UG war ein Unterthema auf dem Soziologentag im Herbst 2004 in München, allerdings verkoppelt mit dem sehr viel breiteren Thema ökologische Gerechtigkeit - d.h.: (Chancen-, Verteilungs-, Verfahrens-) Gerechtigkeit gegenüber allen Lebewesen auf der Erde -, und z.T. sehr anders interpretiert als in der internationalen UG-Diskussion.

Das ESN (Environment & Society Network; Website: http://www.esa-esn.org) der ESA (European Sociological Association) will auf der ESA-Konferenz am 9-13.9.2005 an der Nicholas Copernicus-Universität in Torun/Polen eine Session über "UG und Umweltpolitik" veranstalten. Abstracts bis zum 15.2.2005 per Email an den Netzwerk-Koordinator: Kris van Koppen, Environmental Policy Group, Wageningen University, Hollandseweg 1, 6706 KN Wageningen, Niederlande, Email: kris.vankoppen@wur.nl.

APUG (Aktionsprogramm Umwelt & Gesundheit)-NRW hat auf seinem zweiten Forum im November 2004 in Bonn diskutiert, ob UG als Querschnittsthema mit aufgenommen werden soll. Eine positive Entscheidung steht bisher noch aus, ist aber zu erwarten.

Wichtige neue UG-relevante Publikationen:



NUG #2 (8/2005)

APUG (Aktionsprogramm Umwelt & Gesundheit)-NRW hat Umweltgerechtigkeit (UG) als Querschnittsthema mit aufgenommen. Als Einstieg werden Daten der "Hot-Spot"-Studie (Luftbelastung in bestimmten Stadtteilen von Duisburg und Dortmund, verglichen mit Borken) unter UG-Aspekten analysiert, vom Institut für Medizinische Information/Biometrie/Epidemiologie (IMIBE)des Uni-Klinikums Essen.

Die Stadt Kassel hat eine Studie zur sozialräumlichen Verteilung von Kriterien der Umweltgüte ans Zentrum für Umweltsystemforschung der Universität Kassel vergeben.

Die Bundeszentrale für politische Bildung veranstaltet im November in Berlin eine Tagung zu "Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit" unter Leitung von Prof. Kuckartz, Universität Marburg.

Während eines zwei-monatigen Forschungsaufenthalts in Edinburgh habe ich selber für Friends of the Earth Scotland (FoES) eine Bestandsaufnahme der UG-Politik in Schottland vorgenommen. UG ist 2002 in einer "environment speech" des First Ministers zum wichtigen Ziel der schottischen Regierung erklärt worden, was in der Koalitionsvereinbarung von Labour und Liberaldemokraten 2003 bekräftigt wurde. Es sind mehrere Studien zu Fragen der Verfahrens- und vor allem Verteilungsgerechtigkeit von Umweltbelastungen in Schottland durchgeführt worden. Neben der UG befürwortenden obersten politischen Ebene gibt es in Schottland eine engagierte Gruppe von UG-Experten in verschiedenen Institutionen, die das Thema beharrlich voranbringen, und eine Auflösung in "sustainable development/growth" verhindert haben. UG-relevante politische Aktivitäten beziehen sich bisher eher auf Verfahrensaspekte, z.T. initiiert von außen (Aarhus-Deklaration, EU-Direktiven). Verteilungsaspekte werden noch weitgehend ausgeklammert. Die realen Belastungen konzentrieren sich sehr stark im "central belt" zwischen Edinburgh und Glasgow.

Wichtige neue UG-relevante Publikationen: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG #3 (1/2006)

Hurricane Katrina, der im September 2oo5 die Golfküste der USA heimsuchte, ist ein aktuelles Beispiel für mangelnde Umweltgerechtigkeit - die Opfer in New Orleans waren fast ausschließlich farbige US-Bürger.

Am Umweltforschungszentrum der Uni Kassel fand im Wintersemester 2005/6 eine kleine Veranstaltungsreihe zu UG (Umweltgerechtigkeit) statt, organisiert von Dr. Köckler (s.u.). Die Beiträge stehen im Netz.

Die Bundeszentrale für politische Bildung führte im November 2005 in Berlin eine dreitägige, gutbesuchte Fortbildung zu Nachhaltigkeit und UG durch, die sich vor allem an Lehrer und Erwachsenenbildner richtete (Organisation: Prof. Dr. Kuckartz, Uni Marburg).

Im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt & Gesundheit Nordrhein-Westfalen (APUG-NRW) wurde ab Herbst 2005 eine Sekundäranalyse der "Hot Spot"-Daten unter UG-Perspektive unter Leitung von Dr. Hoffmann vom Uni-Klinikum Essen (s.u.) durchgeführt. Organisation aufseiten von APUG-NRW durch Dr. Rauchfuss (Landesumweltamt NRW in Essen).

Zum Soziologentag im Oktober 2006 in Kassel soll versucht werden, eine Arbeitsgruppe zu UG einzurichten und einen entsprechenden Workshop durchzuführen (Ansprechpartner: Elvers, Köckler, Maschewsky).

Die schottische Regierung hat Mitte Dezember einen Bericht zu ihrer UG-Politik vorgelegt (s.u. Scottish Executive 2005). Etwa zeitgleich erschien mein Bericht zum selben Thema im Internet (s.u. Maschewsky 2005).

Wichtige neue UG-relevante Publikationen: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG # 4 (8/2006)

Beim Soziologentag 2006 (33. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, DGS) in Kassel findet am 10.10. 06 nachmittags ein Workshop zu Umweltgerechtigkeit mit sieben Beiträgen statt. Nähere Infos unter http://www.uni-kassel.de/fb5/soziologie/dgs2006/html/programm.htm.

Bei der BKK-Satellitentagung "Mehr Gesundheit für Alle" zum 12. Kongreß Armut & Gesundheit (1.-2.12.06) in Berlin findet am 30.11.06 nachmittags (14 -16 h) ein Workshop zur Gesundheitsverträglichkeitsprüfung und UG mit vier Beiträgen statt (Leitung: Prof. Geene, Hochschule Magdeburg/Stendal). Nähere Infos unter www.gesundheitberlin.de.

Die Zeitschrift Umwelt - Medizin - Gesellschaft hat ein Schwerpunktheft zu UG (3/2006) mit drei Beiträgen (s.u.) herausgegeben. Nähere Infos unter http://www.umwelt-medizin-gesellschaft.de. Im Editorial berichtet Tamara Steger, PhD (Central European University, Center for Environmental Policy and Law, Budapest), daß in Osteuropa eine transnationale "Coalition for Environmental Justice (CEJ) gegründet wurde, die Menschenrechts- mit Umweltfragen verknüpfen will und sich u.a. auf Studien des UN-Entwickl-ungsprogramms (UNDP) bezieht.

Rachel´s Democracy & Health News (# 861, 29.6.2006) berichtet in einem Beitrag von JH Guth, daß die US-Bundesregierung - gemäß Vorrangklausel des Artikels VI der US-Verfassung - auf breiter Front zunehmend progressive einzelstaatliche Sozial-, Gesundheits-, Verbraucher- und Umweltschutzgesetze außer Kraft setzt. Ziel ist bloße Deregulierung, da keine Bundesgesetze an die Stelle der abgeschafften einzelstaatlichen Gesetze tritt.Nähere Infos unter http://www.rachel.org.

Neue Literatur zu UG: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG # 5 (1/2007)

Auf dem Soziologentag 2006 der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) in Kassel fand am 10.10. ein gut besuchter Workshop zu Umwelt-gerechtigkeit (UG) statt. Im Anschluß an den Workshop trafen sich ca 10 UG-Interessierte, vereinbarten einen weiteren Informationsaustausch und ein Treffen im Frühjahr 2007. Ansprechpartner sind Frau Köckler (Kassel) und Herr Elvers (vormals Halle; jetzt Berlin). Denkbar ist u.a. die Gründung einer Art UG-Kompetenznetzwerk, das UG-Aktivitäten und -Forschung anregt, dokumentiert, evtl. auch koordiniert.

Das Umweltbundesamt (UBA) vergab 2005 eine Studie mit dem Titel "Weiterentwicklung der konzeptionellen Überlegungen zur Ökologischen Gerechtigkeit als Teil der Sozialberichterstattung in Deutschland auf der Grundlage von Experteninterviews und eines Fachgesprächs" (UFOPLAN 2005, FKZ 205 17 103). Auftragnehmer waren das Wuppertal Institut und das Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen (Institut Arbeit und Technik). Ergebnisse sind unter www.umweltbundesamt.de, Themenbereich Umweltbewußtsein und nachhaltiger Konsum, Stichwort Ökologische Gerechtigkeit zu finden.

Am 30./31.10.2006 fand dazu ein Fachgespräch in Berlin mit ausgewählten Teilnehmern statt, in denen die drei Teilstudien (Bezug zu Umweltpolitik, Sozialpolitik, Sozialberichterstattung) vorgestellt und diskutiert wurden. Ein Aufgreifen von, Bezug zu und Relevanz für UG war nicht erkennbar.

Am 1.2.2007 veranstaltete das Katholisch-Soziale Institut (KSI; www.ksi.de)in Bad Honnef das "1. Zukunftsforum Umweltgerechtigkeit" (Moderation: Dr. van Saan-Klein, Beatrice.vSK@t-online.de). Die Tagung wurde unterstützt vom NRW-Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt & Gesundheit NRW (APUG-NRW).



NUG # 6 (7/2007)

Vom 18.-21.9.07 findet in Augsburg der gemeinsame Kongreß der Fachgesellschaften DGSMP, DGMS, GMDS und DGEpi statt, mit einem sehr breiten und differenzierten Programm zu Epidemiologie, Public Health und Sozialmedizin (963 Beiträge). In diesem Rahmen gibt es am Donnerstag, dem 20.9., von 11.00 - 12.30 einen Workshop zu Umweltgerechtigkeit (UG) mit sieben Beiträgen (Vorsitz: Dr. Bolte, Dr. Mielck). Nähere Informationen und Anmeldung unter www.dgsmp.de.

Vom 22.-24.11.07 findet in Bielefeld die erste Jahrestagung der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) - in Verbindung mit der 10. Jahrestagung des Landesinstituts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD) NRW - statt. Kongreßpräsidenten: Prof. Dr. Claudia Hornberg (Universität Bielefeld), PD Dr. Rainer Fehr (LÖGD-NRW). Das Themenspektrum ist breit und umfaßt auch UG. Abgabetermin für Abstracts: 15.7.07. Infos unter www.conventus.de/ghup2007.

Vom 30.11.-1.12.07 findet in Berlin der 13. Kongreß Armut und Gesundheit statt, unter dem Motto "Teilhabe stärken - Empowerment fördern - Gesundheitschancen verbessern". Dort fanden in den letzten Jahren regelmäßig Vorträge oder Workshops zu UG statt. Das vollständige Programm ist aber bisher noch nicht im Netz. Information unter www.gesundheitberlin.de oder kongress@gesundheitberlin.de.

Die Wochenzeitung "Das Parlament" hat in ihrer Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte", Nr. 24/2007, zwei Beiträge zu umweltbezogener bzw. ökologischer Gerechtigkeit veröffentlicht. Kontakt: www.bpb.bund.de.



NUG # 7 (2/2008)

Auf Yahoo wurde Ende 2007 eine Newsgroup Umweltgerechtigkeit eingerichtet (http://de.groups.yahoo.com/group/umweltgerechtigkeit). Teilnahme steht Interessierten offen, nach Absprache mit dem Moderator (Kontakt: umweltgerechtigkeit-owner@yahoogroups.de). Nachrichten an die Gruppe über umweltgerechtigkeit@yahoogroups.de. Die Newsgroup soll einen schnellen und flexiblen Austausch zu UG ermöglichen.

Parallel zur Newsgroup UG wurde von denselben Personen (Redaktionsteam Elvers, Köckler, Schlüns; Mitarbeit Bunge, Katzschner, Maschewsky) im Januar 2008 der erste Rundbrief [NG:UG] herausgegeben. Er ist auf der oben genannten Nerwsgroup zu finden und dient demselben Zweck.

Am 23.11.07 fand im Rahmen der 1. GHUP-Konferenz (Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Prävention) in Bielefeld ein gut besuchter (40 Teilnehmer) UG-Workshop mit 6 Beiträgen (davon zwei Bachelor-Abschlußarbeiten) statt. Mehr Informationen unter http://conventus.de/ghup2007.

Im Rahmen des 13. Kongresses Armut und Gesundheit in Berlin fand am 30.11.07 der Workshop "Schichtenspezifische Umweltbelastungen bei Kindern und Jugendlichen" statt, auf dem vor allem Ergebnsse aus dem Kinder-Umwelt-Survey (KUS) vorgestellt wurden. Mehr Informationen unter http://www.gesundheitberlin.de.

Am 13.12.07 fand in der NABU-Bundesgeschäftsstelle in Berlin ein Fachgespräch "Ökologische Gerechtigkeit" statt, vorbereitet und koordiniert von Frau Littmeier vom DNR (Deutscher Naturschutzring). Die Veranstaltung war gut besucht (Wissenschaftler, Vertreter aus Parteien, Behörden, Ministerien, Umweltverbänden, Mitarbeiter mehrerer Bundestagsabgeordneter). Mehr Informationen unter http://tinyurl.com/3yj6wm.

In Schottland wurde 2007 ein UG-Fond (environmental justice fund; EJF) in Höhe von 2 Mio £ eingerichtet, mit einer Laufzeit von nur einem Jahr. Die Gelder werden von "Forward Scotland" verwaltet - einer Institution, die auch schon für andere Umweltprojekte der Regierung als Drittmittelgeber tätig ist - und sollen Gemeinden für UG-Projekte zur Verfügung stehen.

Bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin wird inzwischen das Thema UG aufgegriffen, in Anlehnung an ähnliche Entwicklungen in München, Hamburg (ansatzweise) und im Ruhrgebiet. Es sind zwei Teilprojekte geplant: (a) Ungleiche Verteilung der Umweltbelastung (v.a. Verkehr, Lärm, Feinstaub) bezogen auf einen innerstädtischen Bezirk; (b) Umweltbelastungen bezogen auf ein benachteiligtes Stadtgebiet (sozialer Brennpunkt), z.B. Kottbusser Tor. Ansprechpartner sind Dr. med. Luck-Bertschat und Dr.-Ing. Klimeczek.

Neue Literatur zu UG: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG # 8 (8/2008)

1. Die GP Forschungsgruppe veranstaltet im Auftrag von BMU/UBA am 13./14.10.08 in Berlin eine Fachtagung zu "Umwelt und Gerechtigkeit". Ziel ist die Erarbeitung von Konzepten gegen soziale Ausgrenzung und für ökologische Fairness. Begrenzte Teilnehmerzahl. Infos unter www.gp-f.com.

2. Frau Prof. Hornberg (Uni Bielefeld) organisiert im Auftrag von BMU/UBA für den 27./28.10.08 in Berlin eine Fachtagung zu "Umweltgerechtigkeit - die soziale Verteilung gesundheitsrelevanter Umweltbelastungen" mit internationaler Beteiligung.

3. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) führt derzeit ein UG-Projekt durch. Schwerpunkt sind Ansatzmöglichkeiten in Kommunen, um die Situation vor Ort zu verbessern. Gesucht werden aktuell gute Praxisbeispiele. Infos unter www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html.

4. Gesundheit Berlin e.V. veranstaltet am 5./6.12.08 den 14. Kongreß "Armut & Gesundheit" in Berlin, unter dem Motto "Gerechtigkeit schafft mehr Gesundheit für Alle". Dies ist seit Jahren die größte Public Health-Veranstaltung in der BRD, und hatte häufig UG-Workshops. Infos unter www.gesundheitberlin.de.

5. In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (SenGUV) Berlin ist bei den Geographen der Humboldt-Uni eine Bachelor-Arbeiten zu UG mit GIS-Methodik auf dem Weg. Weitere Arbeiten und Kooperationen mit anderen Unis sind angedacht. Erste Ergebnisse werden wahrscheinlich am 27./28.10.08 auf der Fachtagung von BMU/UBA vorgestellt. Kontakt unter heinz-josef.klimeczek@senguv.berlin.de und gudrun.luck-bertschat@senguv.berlin.de.

6. In den USA ist in 5/08 beim privaten Verlag Mary Ann Liebert Inc. eine neue Zeitschrift "Environmental Justice" erschienen, geplant vierteljährlich, peer-reviewed, mit breitem Spektrum (Politik, Historie, Empirie, Rezensionen, etc.). In der kostenlosen ersten Ausgabe ist z.B. ein Beitrag über UG in Osteuropa von Steger/Filcak enthalten; ebenso ein Beitrag von Taylor et al mit Ausführungen u.a. zur UG-Relevanz von "neighbourhood walkability and urban design". Zugang über www.liebertpub.com/env.

7. Das" American Journal of Public Health" (AJPH) plant (für Herbst 08?) eine Sonderausgabe zu UG, die nur elekronisch verfügbar sein soll.

8. Die kostenlose und im Netz verfügbare UBA-Zeitschrift "UMID" (Umweltmedizinischer Informationsdienst) hat in der Ausgabe 2/2008 "Umweltgerechtigkeit - Umwelt, Gesundheit und soziale Lage" zum Thema. Das Heft enthält elf Beiträge mit breiter Thematik. Die Mehrzahl der Beiträge befaßt sich allerdings mit sozialen, nicht sozialräumlichen Unterschieden bei Umweltexpositionen, d.h. eigentlich mit umweltbezogener gesundheitlicher Ungleichheit. Ein Grund könnte - neben der Verfügbarkeit bestimmter Arten von Daten z.B. in Umweltsurveys - die in der BRD bisher eher geringe räumliche Trennung sozialer Gruppen im Wohnbereich (soziale Wohnsegregation) sein. Zugang über www.umweltbundesamt.de/umid.

9. Die Newsgroup Umweltgerechtigkeit [NG:UG] hat Rundbrief 02/08 erstellt. Zugang über http://de.groups.yahoo.com/group/umweltgerechtigkeit bzw. den Moderator umweltgerechtigkeit-owner@yahoogroups.de.

Neue Literatur zu UG: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG # 9 (1/2009)

1. Die Newsgroup Umweltgerechtigkeit [NG:UG] hat den neuen Rundbrief 03/08 herausgebracht. Er enthält wieder aktuelle Infos und Hinweise. Zugang über http://de.groups.yahoo.com/group/umweltgerechtigkeit.

2. Umweltgerechtigkeit (UG) ist als politisches Thema weiter im Aufwind. Am 27./28.10.08 fand in Berlin im Auftrag von BMU/UBA die Fachtagung "Umweltgerechtigkeit - die soziale Verteilung von gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen" statt (organisiert von Frau Prof. Hornberg, Uni Bielefeld). Die Veranstaltung war gut besucht (vorwiegend aus Wissenschaft und Behörden/Ministerien); zwei Referenten kamen aus Großbritannien. Am Ende der Tagung wurde die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zu UG-Indikatoren abgesprochen. Am 11.11.08 fand in Berlin die BMU/DGB-Tagung "Soziale Dimension von Umwelt und Gesundheit - Perspektiven für gesunde Arbeits- und Lebenswelten" statt, mit deutlichem UG-Bezug. Beim 14. Kongreß "Armut & Gesundheit" am 5./6.12.08 in Berlin gab es wieder einen UG-Workshop.

3. Vom 31.3.-1.4.09 wird von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) - die ein UG-Projekt durchführt - ein Kongreß zu UG in Frankfurt/M. stattfinden. Infos unter www.duh.de/umweltgerechtigkeit.html.

4. Die WHO-Europa hat "inequity in environment and health" als "emerging issue" anerkannt, den sie 2009 auf der 5. Europäischen Konferenz der Umwelt- und Gesundheitsminister in Parma (Italien) einbringen will. Infos unter www.euro.who.int/eehc/conferences/20080117_1.

5. Die Zahl der Abschlußarbeiten mit UG-Bezug nimmt weiter zu - aktuell Arbeiten aus Raumplanung und Geographie von Brückner, Mertens und Riedel (s. [NG:UG] 03/08).

6. Jon Fairburn und Graham Smith vom IESR (Institute for Environment, Sustainability and Regeneration) an der Staffordshire University haben eine UG-Studie zu South Yorkshire für die britische Umweltbehörde gemacht. Die Studie ist insbesondere unter methodischem Aspekt interessant. Infos unter htpps://publications.environment-agency.gov.uk/epages/eapublications. Zur Studie ist ebenfalls ein kürzerer Aufsatz erschienen (s.u.).

7. Inzwischen sind drei weitere Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" erschienen, mit breitem Themenspektrum. Einige Beispiele (s.u.): UG und Hurrikan Katrina, UG-Regulierung und Hautfarbe (2/2008); UG und Gender, UG in Südafrika, Verfahrensgerechtigkeit bei UG (3/2008); UG und Arbeit, UG in Brasilien, UG in UK, UG und Planung, UG und Kinder (4/2008). Zugang über www.liebertpub.com/env.

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NUG # 10 (8/2009)

1. In 2/2009 fand eine zweitägige Tagung der EU-Kommission zu "social fairness in sustainable development" statt, bei der UG angesprochen wurde.

2. Der UG-Kongreß der Deutschen Umwelthilfe (DUH) am 31.3./1.4.2009 in Frankfurt/M. war gut besucht von Wissenschaftlern, Vertretern von Kommunen, Sozial- und Umweltverbänden. Drei Themenfelder wurden in 13 Referaten behandelt: Verkehr und Lärm, Klimaschutz, Stadt und Grün. Eine Dokumentation ist in Arbeit. Infos unter www.duh.de.

3. Auf die APUG-Website wurde eine neue UG-Rubrik aufgenommen (www.apug.de). Dies spiegelt eine wachsende politische Beachtung - zumindest auf der symbolisch-politischen Ebene - von UG wider. Allerdings deutet der Langtitel ("Umweltgerechtigkeit - Umwelt, Gesundheit und soziale Lage") eine mögliche Blickverengung von UG auf umweltbezogene Public Health an, was die Kooperation mit Geographen, Planern, Stadtsoziologen, etc. nicht erleichtern dürfte.

4. Beim Umweltbundesamt ist unter dem Titel "Umwelt, Gesundheit und soziale Lage" (Autorinnen: Bunge, Katzschner; 69 S.) eine Kurzdarstellung von 18 Studien zur umweltbezogenen Public Health in Deutschland erschienen. Download unter www.umweltbundesamt.de.

5. Bei dem in früheren NUG-Ausgaben bereits erwähnten UG-Projekt (Dr. Klimeczek) bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz in Berlin (SenGUV) sind weitere Berichte der kooperierenden Uni-Institute (TU Berlin, HU Berlin, UFZ Leipzig) eingegangen, mit detaillierten Analysen - bei gleichem Raumbezug - von vier gesundheitsrelevanten Umweltbereichen. Weiterer externer Sachverstand (SenStadt, BUND, Difu) wurde einbezogen. Das ermöglicht als nächsten Schritt die Analyse kleinräumiger Mehrfachbelastungen. Die drei Uni-Institute werden - nach Absprache mit dem UG-Projekt bei SenGUV - voraussichtlich einen entsprechenden Forschungsantrag beim UBA stellen.

6. Jon Fairburn vom IESR (Institute for Environment, Sustainability and Regeneration) an der Staffordshire University hat auf einen aktuell stark beachteten UG-Skandal in UK hingewiesen. In der Kleinstadt Corby (Northamptonshire) wurde von 1985 bis 1999 ein Stahlwerk abgerissen, unter massiver Verletzung von Umweltstandards. Bei Dutzenden Kindern, die in diesem Zeitraum geboren wurden, traten Verstümmelungen an Armen und Beinen auf. 18 Eltern verklagten den Corby Borough Council in einem über 10-jährigen Rechtsstreit. 16 von ihnen wurde in 7/2009 vom High Court eine vorläufige Entschädigung von 1,6 Mio BP zugesprochen (zur Begleichung der Anwaltskosten). Der Richter bejahte Verantwortung und Haftung der Gemeinde und eröffnete den Weg für Privatklagen (mit hohen Schadensersatzforderungen), bei denen der Zusammenhang zwischen bereits nachgewiesener schwerer Umweltverschmutzung durch die Gemeinde und den individuellen Gesundheitsproblemen der Kinder bewiesen werden muß. Dieser Weg ist schwer, oft erfolglos (anschaulich von Grisham im Roman "The appeal" beschrieben), manchmal aber auch erfolgreich (z.B. im authentischen Fall Erin Brockovich; verfilmt mit Oscar-Prämierung).

7. Inzwischen sind zwei weitere Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" erschienen, mit weiter Perspektive auf UG. Themen sind z.B. UG in verschiedenen Ländern, wie Brasilien, Südafrika (1/2009) und Singapur (2/2009); UG bei der Plazierung von Atomanlagen (2/2009); etc. Zugang über www.liebertpub.com/env.

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NUG # 11 (1/2010)

1. Die UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 ist kläglich gescheitert. Wesentlicher Grund: die Industrieländer weigerten sich, für Klimaschutz in Entwicklungsländern auch nur 1 % der Mittel einzusetzen, die sie zur Sanierung der Großbanken bereitstellen. Internationale Umweltpolitik bleibt so weitgehend "symbolische Politik". Für das Anliegen von Umweltgerechtigkeit (UG) stimmt dies wenig optimistisch.

2. Das schwere Erdbeben in Haiti am 12.1.2010 hat - wie die Flutkatastrophe durch Hurrikan Katrina in New Orleans in 9/2005 - wieder gezeigt, daß auch die Rettung von Umweltopfern in sozial-diskriminierender Weise erfolgt. So wurde schweres Räumgerät nach dem Erdbeben zunächst nicht im dicht besiedelten Zentrum von Port-au-Prince eingesetzt, bei dort befindlichen Schulen, Krankenhäusern, etc., sondern in (relativ) dünn besiedelten Außenbezirken, wo Botschaften und Hotels für Ausländer liegen.

3. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat eine Dokumentation ihrer UG-Tagung vom 31.3.-1.4.2009 in Frankfurt/M. (mit den Themen: Verkehr und Lärm, Klimaschutz, Stadtentwicklung und Grünflächen) vorgelegt. Hierzu findet am 9.2.2010 in Frankfurt/M. ein Experten-Workshop zu "Natur-Stadt-Mensch" statt, mit Schwerpunkt Grünflächen und Industriebrachen, kommunale Handlungsmöglichkeiten, UG im Wettbewerb "Bundeshauptstadt der Biodiversität 2010". Infos unter www.duh.de.

4. Die Dokumentation der UG-Fachtagung von BMU und UBA am 27./28.10.08 in Berlin ist erschienen (s.u. Hornberg/Pauli). Zugang über www.uni-bielefeld.de/gesundheitw/umweltgerechtigkeit/index.html.

5. Das Projekt "Umweltgerechtigkeit im Land Berlin" (Leitung: Dr. Klimeczek) bei der Senatsverwaltung Gesundheit, Umwelt, Verbraucherschutz in Berlin - Kooperation mit SenStadt, Gesundheitsamt Mitte, TU Berlin, HU Berlin, UFZ Leipzig, BUND - hat Daten zu vier Belastungsdimensionen (soziale Lage, Lärm, Luftqualität, Grünflächen, Bioklima) auf der kleinräumigen Ebene von Verkehrszellen darstellen lassen. In einem zweiten Schritt wurden die Verteilungen der Einzelbelastungen zusammengeführt zur Verteilung von Mehrfachbelastungen. Weitere Auswertungen sind in Arbeit.

6. In den neuen Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" werden u.a. behandelt: UG in Taiwan und Kanada, UG im Lebenslauf (3/2009); UG und Klimagerechtigkeit, UG und CO2-Speicherung (4/2009). Zugang über www.liebertpub.com/env.

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NUG # 12 (7/2010)

1. Unter Präsident Obama bekommt das Thema Umweltgerechtigkeit (UG) in den USA offenbar wieder politischen Schwung: Mitarbeiter des Weißen Hauses trafen sich mit UG-Repräsentanten (View/Boles 2010), das Energieministerium (DoE) veranstaltete eine dreitägige UG-Konferenz, die Umweltbehörde EPA gab eine neue "rulemaking guidance on environmental justice" heraus, etc.

2. Gleichzeitig gibt es dort neue UG-Konflikte. Z.B. läßt BP riesige Mengen Schlamm, Sand und Schutt, die nach Explosion der Bohrinsel "Deep Water Horizon" im Golf von Mexiko durch das monatelang bestehende Leck des Bohrlochs mit Öl verunreinigt worden sind, durch private Firmen entsorgen. Diese haben dafür neun Deponien in Alabama, Florida, Louisiana und Mississippi ausgesucht; bei fünf von ihnen wohnen in unmittelbarer Nähe der Deponie (1-Meilen-Radius) mehrheitlich Minderheiten. Das von Bullard in "Dumping in Dixie" beschriebene, tendenziell rassistische Muster der Abfallentsorgung der US-Südstaaten ist also weiter aktuell.

3. Auch aus Schottland gibt es Neues: mehrere Publikationen - z.B. Richardson et al, Slater/Pedersen (s.u.) - und einschlägige Konferenzen zu UG - z.B. "Environmental justice, human rights, and environmental law" vom Environmental Law Centre Scotland, Glasgow, 11/2009; "Conference on Strategic Environmental Assessment (SEA)" von der University of Strathclyde, Glasgow, 5/2010.

4. In einer kurzen Studie eines französischen Forschungsinstituts wird UG in Europa analysiert, unter den Perspektiven (a) Vulnerabilität gegenüber Umweltrisiken, und (b) gerechte Umweltsteuern (s.u. Laurent).

5. Das UG-Projekt in Berlin wird fortgesetzt und durch weitere Analysen vertieft. Der Untersuchungsansatz wird in einer im Internet vorliegenden Powerpoint-Präsentation (s.u. Klimeczek) ausführlich dargestellt.

6. In den neuen Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" werden u.a. behandelt: UG und Klimawandel, UG und Stadtplanung, ein Treffen von Mitarbeitern des Weißen Hauses mit UG-Repräsentanten (# 1/2010); der 40. Jahrestag des "Earth Day", der 1970 in den USA große Resonanz hatte und die Umweltbewegung schlagartig verbreiterte (# 2/2010). Zugang über www.liebertpub.com/env.

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NUG # 13 (1/2011)

1. Im Umweltforschungsplan (UFO-Plan) 2011 des Umweltbundesamts (UBA) wird Umweltgerechtigkeit (UG) zweimal berücksichtigt: "Strategiekonferenz zu UG" (Vorhaben 117); "UG im städtischen Raum - Entwicklung von praxistauglichen Strategien und Maßnahmen für die Minderung sozial ungleich verteilter Umweltbelastungen" (Vorhaben 124).

2. An der Uni Bochum findet vom 28.-30.3.2011 ein Kongreß zu "Justice in modern health care. Perspectives for the 21st century" statt, veranstaltet von der BMBF Junior Research Group am Institut für Medizinethik und Medizingeschichte.

3. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) plant für Ende 2011 einen Kongreß zu "UG und Biodiversität".

4. An meinem Wohnort (Potsdam) ist UG - ohne daß der Begriff gebraucht wird - häufig Thema in den Nachrichten. Beispiele:

5. Die Befassung mit UG erfährt aktuell aus einer unerwarteten Richtung einen kräftigen Schub. Die Anbieter von raum-bezogenen ("geo-referentiellen", "Geo-") Daten, Techniken und Dienstleistungen - wie Google - erschließen anscheinend gerade einen riesigen neuen Markt. Daher ist Kompetenz in GIS-Methodik für Geographen, Epidemiologen und Sozialwissenschaftler zunehmend wichtig. Dies erhöht offensichtlich die Bereitschaft, als ein Anwendungsbeispiel auch die sozialräumlichen Verteilungsmuster von Umweltlasten und -gütern zu untersuchen.

6. SPD und Grüne als Partner in der neuen Landesregierung in NRW haben im Koalitionsvertrag vom Herbst 2010 UG als Thema für den zu erarbeitenden landesweiten "Masterplan Umwelt und Gesundheit" benannt.

7. Die Berliner UG-Studie wird 2011 eine Übersicht zu den bisherigen Teilstudien publizieren. Eine Weiterführung und -entwicklung der Gesamtstudie ist vorgesehen (Leitung: Dr. Klimeczek, SenGUV). Eine modellhafte Umsetzung von Ergebnissen wird im Bezirk Mitte diskutiert.

8. In den neuen Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" werden u.a. behandelt: Ansätze zur Behebung der Informationsdefizite bei von UG-Verstößen betroffenen Gemeinden (3/2010); bei der Begutachtung von umweltrelevanten Bauvorhaben auftretende - und strukturell angelegte - Bevorzugungen von Investoren und Behörden gegenüber betroffenen Gemeinden (4/2010). Zugang über www.liebertpub.com/env.

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NUG # 14 (7/2011)

1. Der teilweise GAU im AKW in Fukushima (Japan) nach dem Tsunami vom 11.3.2011 zeigte eine erschreckende Hilflosigkeit der eng-verfilzten und auf Nutzung der Atomenergie eingeschworenen "Nuklear-Community" von Experten, Betreibern und Politikern - und dies in einem hoch-technologisierten Land. Leidtragende waren wieder - wie in Tschernobyl - nicht sie, sondern die Arbeitskräfte vor Ort und Hundertausende exponierter Menschen in der Region.
Nachdem die Regierung Merkel im Einvernehmen mit der Energiewirtschaft gerade Laufzeitverlängerungen für die deutschen AKWs beschlossen hatte, reagierte die Öffentlichkeit entsprechend besorgt. Daraufhin schwenkte die Kanzlerin schnell um und verkündete einen deutschen Atomausstieg. Die Zukunft wird zeigen, was davon nach dem Vergessen von Fukushima und der zu erwartenden Gegenwehr der Wirtschaft übrig bleibt und wer "die Zeche zahlt".

2. Die Partei "Die Linke" hat im April 2011 - im Vorgriff auf die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst - eine kleine Anfrage zu UG im Abgeordnetenhaus gestellt.

3. Die UCC (United Church of Christ) hat ihre bahnbrechende Studie von 1987 zur Müllpolitik der USA wiederholt. Die Neuauflage von 2007 zeigte, dass die Ungleichverteilung von Sondermülldeponien auf ethnische "neighborhoods" in den letzten zwanzig Jahren zugenommen hat und Latinos davon mehr betroffen sind als "African Americans". Fazit der Autoren: "race matters!"

4. Der US-Historiker Howard Zinn führt in seinem hochgelobten Buch zur US-Geschichte viele für UG relevante Beispiele auf.

5. "The pipe" heißt ein Dokumentarfilm von Risteard Ó Domhnaill (Irland 2010) über einen UG-Konflikt zwischen einer kleinen Gemeinde und dem Energie-Konzern Shell, der bei seinem rücksichtslosen Vorgehen vom irischen Staat unterstützt wird.

6. Die Zeitschrift "Ökologisches Wirtschaften" hatte in der Ausgabe 1/2011 einen Schwerpunkt zu UG, mit sieben Beiträgen (auf 16 Seiten).

7. In neuen Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" wird u.a. über umweltgerechte Technologie diskutiert, über internationalen Müllhandel, Nuklearkolonialismus in Alaska und UG-Gruppen in den USA berichtet.

Neue Literatur zu UG: ... siehe Abschnitt Literatur.



NUG # 15 (1/2012)

1. Umweltgerechtigkeit (UG) ist Thema der "11th Global Conference Environmental Justice and Global Citizenship" vom 3.-5.7.2012 am Mansfield College in Oxford.

2. In Berlin hat im letzten Herbst ein Regierungswechsel von Rot-Rot (SPD, Linke) auf Rot-Schwarz (SPD, CDU) stattgefunden. Das Gesundheitsressort ging von der Linken an die CDU, das Ressort für Stadtentwicklung und Gesundheit blieb bei der SPD.
Der von Dr. Klimeczek koordinierte, bisher unveröffentlichte Basisbericht zu "UG im Land Berlin" (über den an dieser Stelle mehrfach berichtet wurde) soll jetzt den Bezirken zur Stellungnahme zugeleitet werden. Hierdurch wird die kommunale Ebene - auf dem Hintergrund der geplanten Umsetzung - stärker in die weitere Entwicklung des Themas eingebunden.

3. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat einen Berichtsband zu der Tagung "Umweltgerechtigkeit und biologische Vielfalt" von 11/2011 in Berlin herausgegeben, in der es insbesondere um innerstädtische Grünflächen ging.

4. Das Berliner Mietermagazin (Auflage: 120.000) hat in der Ausgabe 12/2011 das Thema UG in Berlin aufgegriffen.

5. Das Deutsche Institut für Urbanistik (DIFU) in Berlin führt im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) ein Projekt zu "Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum" durch; Laufzeit 2012-14. Es soll Grundlagen liefern, um den strategischen Ansatz von UG im kommunalen Handeln zu verankern.

6. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veranstaltete im November 2011 einen Kongreß "Gesunde Umwelt - gesunde Bevölkerung", in dem auch UG ein Thema war.

7. Bis Juni 2012 sucht die DUH (Deutsche Umwelthilfe) fünf Modellfälle für ihr Projekt "UG und Partizipation".

8. Die US-amerikanische Zeitschrift "Environmental Justice" hat ab sofort sechs statt bisher vier Ausgaben pro Jahr. In den letzten Ausgaben wurden u.a. folgende Themen angesprochen: Klima-Migration, "citizen mapping" als kollektiver web-gestützter Ansatz zur Sammlung von UG-relevanten Daten, UG im Indianerland ("native America"; die ganze Ausgabe 4/2011), UG und Gentrifizierung (s.u.).

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NUG # 16 (7/2012)

1. Der angekündigte Sammelband zum Stand von Umweltgerechtigkeit (UG) in der BRD ist erschienen (Beispiele s.u.):

Gabriele Bolte, Christiane Bunge, Claudia Hornberg, Heike Köckler, Andreas Mielck hg, Umweltgerechtigkeit. Chancengleichheit bei Umwelt und Gesundheit: Konzepte, Datenlage und Handlungsperspektiven. Huber, Bern, 2012.

Zahl, Vielfalt und inhaltliche Breite der 48 Beiträge (von 59 Autoren auf 440 Seiten) verdeutlichen, daß UG in der BRD über das Anfangsstadium hinaus ist - vor zehn Jahren konnte man die Zahl der hierzu Aktiven noch an einer Hand abzählen!

2. Ähnliches zeigt sich an dem von den vier Bundesinstituten BfS (Bundesamt für Strahlenschutz), BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), RKI (Robert-Koch-Institut) und UBA (Umweltbundesamt) herausgegebenen Umwelt & Mensch-Informationsdienst (UMID). Er hat schon 2011 das zweite Themenheft zu Umweltgerechtigkeit herausgegeben (mit 62 Autoren). Schwerpunkt ist das Modellvorhaben "Umweltgerechtigkeit im Land Berlin", das in neun Beiträgen dargestellt wird.

3. Ebenfalls 2011 haben Hornberg, Bunge und Pauli ein Buch zu "Strategien für mehr Umweltgerechtigkeit" vorgelegt.

4. Die WHO-Europe hat einen Sachstandsbericht zu "environmental health inequalities" vorgelegt, in dem UG auch erwähnt wird.

5. Das DIFU (Deutsche Institut für Urbanistik) in Berlin führt im Auftrag des UBA 2012 - 2014 das Forschungsprojekt "Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum" durch. Dazu findet am 19./20.11.2012 eine Strategienkonferenz am DIFU statt.

6. In neuen Ausgaben der Zeitschrift "Environmental Justice" werden u.a. folgende Themen angesprochen: UG in Latenamerika (Ausgabe 2/2012; starker Fokus auf Zugang zu Wasser), Fukushima, die von Shell verursachte katastrophale Ölverschmutzung im Niger-Delta (s.u.).

Neue Literatur zu UG: ... siehe Abschnitt Literatur.



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